Eine Geschichte aus dem Hause Thum
Wie ich mit dem Schinken aufwuchs [Roman Thum erzählt 'seine' Geschichte]
Unser Ur-Ur-Großvater hat seinerzeit aus dem böhmischen Gebiet den Beinschinken nach Wien gebracht. Das war um 1860. Seit damals produzieren wir den Beinschinken und seit dieser Zeit ist der Begriff 'Wiener Beinschinken' eng mit unserer Familie verbunden.
Nur ein wirklicher Handwerksbetrieb ist in der Lage, diesen Schinken herzustellen. Keine Maschine der Welt kann den Menschen bei der Fertigung ersetzen. Selbst größere Firmen beziehen deshalb ihre Beinschinken von uns.
Echte Handarbeit, seit 1860 eine Wiener Schinken Spezialität! Über das Arteriensystem des Schlögls wird die Salzlösung verteilt. Viele Vorteile hat diese Pökelmethode, die sich heute kaum eine andere Firma mehr leisten möchte, nicht zuletzt weil es fast niemand mehr kann. Aber genau das ist der Grund, warum die Struktur des Beinschinkens so unvergleichlich ist, und kein industriell gefertigter Schinken ist vom Biss und vom Geschmack ähnlich. Und weil der Schinken beim Pökeln nicht von Nadeln zerstochen und im Ganzen mit Knochen gegart wird, bleibt er auch so saftig. Eine echte Wiener Schinken Spezialität.
In den 70ern kam der Schinken am Moped Wir sind mit den Schinken aufgewachsen. Schon in unserer Kindheit im Haus unserer Großeltern, als die Fleischerburschen die Schinken auf den LKW geladen haben, um in die Fleischmarkthalle zu liefern, wo dann Händler und Wirte die Schinken und das Geselchte abholten, teilweise mit Fahrrädern und Mopeds auf den Gepäckträgern! Das war einfach zu einzigartig um es zu vergessen!
Thum in der New York Times, davon sprach die Welt!
In der Nachkriegszeit, im Mai 1959, war der damalige russische Ministerpräsident zu Besuch in Wien. Mit Wirtschaftsfachleuten besuchte er auch die Wiener Fleischmarkthalle. Und beim 'Thum' am Stand - der über und über mit Schinken behängt war - blieb er stehen. Diese Fotos sind um die Welt gegangen, sogar die New York Times druckte es ab. Alle konnten sehen, dass es in Österreich wieder bergauf ging.
Das war noch zur Zeit unseres Urgroßvaters. Der Betrieb blieb in Familienbesitz und wurde auch immer von der nächsten Generation übernommen, ein Umstand, der heute viele Betriebe von der Bildfläche verschwinden ließ. Weil man recht früh aufstehen muß, es im Winter auch sehr kalt ist und mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden ist.
Viele Umstände haben dazu geführt, daß dieser Beruf des Fleischers eben nicht so sehr angesehen ist. Auch die Entlohnung ist geringer als in anderen Berufen, weil das Nahrungsmittel Fleisch zunehmend ein schlechtes Image bekommen hat und es zum Massenprodukt, welches im Supermarkt teils spottbillig verschleudert wird, geworden ist.
Thum Schinken - Der Qualität verpflichet Die Produktion von Fleisch wurde forciert, jeder hatte mehr als er essen konnte, nur ging das auf Kosten der Qualität. Auch am Schinkensektor gibt es auch heute noch Massenproduktion wo einzig und allein der Preis zählt. Verkauft wird nur über ihn. Als kleines Unternehmen kann man so nicht konkurieren.
Wir produzieren wie eh und je, und haben uns weiter der Qualität verpflichtet! Mein Berufsziel stand nie in Frage. Auch mein Bruder wählte den Weg die Tradition Fleischerhandwerk weiter zu führen. Der Umstand etwas zu schaffen, zu erzeugen, ein altes Handwerk in eine moderne Zeit zu führen. Denn eines ist mir heute klar, die Umkehr hat stattgefunden, man besinnt sich wieder und Lebensmittel werden heute wieder mehr geschätzt denn je.
Seit dem Jahr 2000 auch BIO Schinken
Aber auch neue Wege öffnen sich und so produzieren wir heute ebenfalls BIO-Schinken. Die Nachfrage steigt, man möchte so sicher wie möglich sein weil die Verunsicherung teils groß ist. BIO oder herkömmlich, wir verwenden immer nur bestes Rohmaterial, ausgesuchte Grundware und der Kunde kann entscheiden.
Wir arbeiten als Familie, führen die Firma aber der heutigen Zeit entsprechend als kleines Unternehmen.
Ihr Roman Thum
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